13.10.2010

Die Kistenmacher von Saertex


Wiedererkennungs-Effekt: Die Saertex-Zulieferer aus Settel sind stolz auf die Verpackungskisten, die sie von Hand fertigen. Johann und Michael sind sich sicher, dass sie genau dieses Stück gefertigt haben.Foto:
Wiedererkennungs-Effekt: Die Saertex-Zulieferer aus Settel sind stolz auf die Verpackungskisten, die sie von Hand fertigen. Johann und Michael sind sich sicher, dass sie genau dieses Stück gefertigt haben. Foto: A. Riese


Saerbeck - Julian ist ein freundlicher junger Mann. Es ist angenehm, ihm zuzuhören - soweit das inmitten des Maschinenlärms möglich ist. Er steht nämlich gerade mit einigen seiner Arbeitskollegen in der Verpackungshalle von Saertex Multicom am Brochterbecker Damm. Hier gleiten lange, gefaltete Schläuche aus Glasfasergelegen mit zähflüssigem Kunstharz in ebenso langen Beuteln in große Holzkisten. Und diese Holzkisten haben Julian und seine Kollegen geliefert.

Der freundliche junge Mann ist einer von 23 Beschäftigten der Ledder Werkstätten, Betriebsstätte Settel, die an diesem Tag zu Gast sind bei Saertex Multicom und die der technische Geschäftsführer Frank Mersmann und der Betriebsleiter Norbert Osterhoff durch die Hallen führen. In den Kisten, die sie machen, werden Produkte zur günstigen Sanierung von Abwasserkanälen, so genannte Liner, in alle Welt verschickt. Mehr als 4300 sind es pro Jahr, seit 2005.

Weil Saertex Multicom ein Unternehmen mit Betriebsgeheimnissen ist, gibt es am Eingang einen Schlagbaum. Jeder Besucher hat hier einen Ausweis. Auch die Gäste aus den Ledder Werkstätten tragen welche, obwohl sie sich mehr für ihre Kisten als für Feinheiten der Gelegetechnik interessieren. Die Ausweise aber, die sind ihnen wichtig. „Saertex“ steht drauf, und irgendwie sind sie ja Mitarbeiter von „Saertex“, finden sie.

Tatsächlich ist die Besuchergruppe zu rund 85 Prozent mit den Aufträgen aus Saer­beck ausgelastet, erzählt Jürgen Beckemeyer, ihr Produktionsleiter. Die Menge der Aufträge nimmt sogar noch zu, seitdem Saertex von Mehrweg- auf Einwegverpackung umgestellt hat. Früher, berichtet Beckemeyer, habe die Holzverarbeitung bei den Ledder Werkstätten mehr Tischlerei gemacht. Aber die Produktion von Transportkisten entspreche recht gut dem, was die Beschäftigten könnten. „Saertex ist so mutig und macht das mit einer Werkstatt für Behinderte - das finde ich toll“, sagt Beckemeyer. Die Beschäftigten sind so ein Teil der echten Wertschöpfungskette. Aber dafür stehen sie auch im Wettbewerb. Qualität, Preis und Termine müssen stimmen.

Ein Beispiel? Nägel dürfen nicht zu lang sein, sie dürfen nicht in die Kiste ragen, sonst geht der Liner kaputt, und auslaufendes Harz verursacht eine ziemliche Schweinerei auf dem LKW. Frank Mersmann, der Geschäftsführer, spricht die Mahnung mit Ernst aus. „Hier könnt ihr uns helfen“, sagt er. Mitarbeitermotivation ist eben auch Geschäftsführeraufgabe.

Johann und Michael haben derweil eine ganz besondere Kiste entdeckt. „Genau so eine haben wir gebaut“, sagen sie stolz. Jetzt steht sie hier mit ihrer Styroporauskleidung und fährt bald wer-weiß-wohin. Anderthalb Stunden braucht es für eine solche Kiste, erläutert Dieter, und zwei Leute. Und das geht nicht mit links: „Nach Maß zuschneiden ist schwer“.

Betriebsleiter Norbert Osterhoff war es, der 2004 die Partnerschaft mit den Ledder Werkstätten einging. Denn der Bedarf an Kisten war einfach zu groß geworden. Osterhoff kannte damals die Arbeit der kirchlichen gemeinnützigen GmbH. Es gab erste Kontakte, dann mussten die Anforderung des Unternehmens und die Möglichkeiten der Werkstätten verzahnt werden. Aber er habe er rasch die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten kennengelernt, sagt Osterhoff, lobt die Wirtschaftlichkeit und den gegenseitigen Nutzen und nennt die Besucher aus den Ledder Werkstätten „unsere Mitarbeiter“.

Das geht den Besuchern runter wie Öl und ist ihnen wohl noch wichtiger als der Trikotsatz für die Fußballmannschaft, den sie mit nach Hause nehmen. Karl-Heinz, auch ein sympathischer Mann, ist auf jeden Fall am Ende begeistert, und er spricht spontan eine Gegeneinladung nach Settel aus - zur Betriebsbesichtigung.

 

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